25 September 2019

Buchvorstellung: Stoff trifft Papier

(Werbung)

Ich bin eine leidenschaftliche Handwerkerin. Tausend Ideen und nur 14 Std am Tag Zeit, meine Kreativität auszuleben  - der Rest geht für den Wahnsinn drauf, den man 'Leben' nennt....
Wenn diese besagten 14 Stunden nicht alleine dem Patchworken bestimmt wären, dann würde ich vermutlich gerne auch das machen, was Michaela Müller ihre Profession nennt - das kreative Arbeiten mit Papier!


Michaela ist freischaffende Grafikdesignerin, gestaltet Logos, Flyer, Zeitschriften und Bücher. Und neben dieser Tätigkeit beschäftigt sie sich immer mit künstlerischen und kreativen Projekten.

Auf ihrem Blog Müllerin Art könnt ihr das kreative Austoben von Michaela verfolgen!

Ich habe sie letztes Jahr bei einem Workshop in Dunjas Nähzimmer mit Herz kennenlernen dürfen. Sie gab dort einen Workshop über verschiedene Stoffdrucktechniken zum Besten. Das hat mich damals total angefixt und ich war nach dem Workshop voll motiviert.... - aber dann kam wieder das Thema mit den 14 Stunden.....


In dem Workshop hatten wir lauter kleine Quadrate mit vielen unterschiedlichen Mustern bedruckt. Unter anderem waren dabei sehr viele Fischmuster, die man wohl getrost als Michaelas Markenzeichen deuten kann! Wenn ihr auf ihre Website Müllerin Art Studio geht, dann wird euch der Fisch gleich ins Auge springen!

In ihrem Studio hat sie nun auch ihr zweites Buch gestaltet, dessen Einband ihr oben im Post habt sehen können. 'Stoff trifft Papier'. Als mich Michaela kürzlich fragte, ob ich denn Lust hätte, es mir anzuschauen und was darüber zu schreiben, musste ich nicht lange überlegen!


Der Titel verrät den Inhalt: Es geht um Papier und Stoffe und die Verbindungsmöglichkeiten der beiden Materialien - und das sind erstaunlich viele! Beim ersten Durchblättern war ich überrascht, welche tolle Möglichkeiten sich mit beiden Ausgangsmaterialien kreieren lassen.

Was mir wirklich besonders an diesem Buch gefällt, sind nicht nur die vielen ausführlich dargestellten Projekte, die zum Nachmachen animieren, sondern die detailreichen Darstellungen über die Materialien an sich.


Michaela hat einen nahezu unbegrenzten Wissensschatz über alles Papierartige und gibt dies in ausführlicher Form in diesem Buch wieder. In Verbindung mit den Stoffen als Ergänzung ist das ein wahrer Fundus an Inspiration.


Ich habe mir ein kleines Projekt aus dem Buch rausgesucht, dass meinem (Näh-)Metier am nächsten kommt und was mich trotzdem außerhalb meine Komfortzone - Nähen mit Baumwollstoffen - bringt!


Michaela hat Schnittmusterpapier laminiert und daraus ein kleines Reißverschluss-Täschchen genäht. AUS PAPIER!!! Mein erster Gedanke war, dass das doch entsetzlich empfindlich sein wird und sofort reißen muss, wenn ich daran beim 'nach Außen drehen' wie beim Stoff zerren werde....


Nö, es hat überlebt! Das mit dem Laminieren hat Dank der sehr ausführlichen Beschreibung im Buch und den diversen dargestellten Unterschieden von Laminier Techniken sehr gut geklappt. Ich habe Lamifix von Freudenberg verwendet, das ganz prima auf dem Asbach-uralten Schnittmusterpapier hält.
Auch der Endlosreißverschluss samt Zipper ließ sich, ähnlich wie bei Stoff, problemlos einarbeiten. Nur 'vernähen' darf man sich bei Papier nicht, da man dann die Einstichlöcher sieht....


Ein tolles Upcycling Projekt und eine tolle Idee für kleine Projekttäschchen, die man doch prima verschenken könnte! Durch die Laminierung ist das Täschchen ziemlich strapazierfähig, also genau das richtige für meine diversen Nähutensilien!


Ich könnte darin aber auch erst mal die vielen schönen Stoffdrucke rein tuen, die ich bei Michaelas Workshop letztes Jahr gemacht habe und die immer noch darauf warten, verarbeitet zu werden - ihr wisst schon, die 14 Stunden....


Ich glaube, ich werde jetzt erst mal achtsamer mit meinem Papierabfall umgehen und einiges vor dem Papierkorb bewahren und dann in dem Buch schauen, was für Ideen man damit umsetzten kann. Mir schwebt da doch die eine oder andere Weihnachtsgeschenk Idee im Kopf herum..... Und wenn ich nicht durch das Buch auf andere - als nur Näh Ideen gebracht werde, dann hilft nur wieder ein Workshop bei Michaela!

So ihr Lieben, jetzt habe ich euch hoffentlich den Mund etwas wässrig machen können?!
Wenn ihr noch etwas mehr über Michaela und ihr Buch erfahren wollt, dann lest doch mal das Interview auf der Seite des Haupt Verlags: HauptAutorin Michaela Müller - Interview, Verlosung und Büchertour Und was es bei der Verlosung zu gewinnen gibt, dass seht ihr in Michaelas Blogpost!

Weitere Posts zu diesem Buch könnt ihr bei Selber Buchbinden, Nähzimmer mit Herz, renna delux, anitextildesign und Roberta Bergmann finden!

Die Büchertour dauert noch bis zum 8. Oktober. Dann findet in der Papiermühle Alt Dombach in Bergisch Gladbach die Buchvernissage satt.

21 September 2019

Herringbone Kissen von greenfietsen

Bestimmt habt ihr auf dem Blog von Katharina / greenfietsen schon ihr tolles Herringbone Kissen und die vielen weiteren ihrer Probenäher gesehen?! Wenn nicht, dann schaut euch den Blogpost mit den Designbeispielen unbedingt mal an. So viele tolle Kissen nach dem Tutorial von Katharina und alle wirken komplett unterschiedlich!


Ich war mit meinem Kissen leider zu spät... Zwar hatte ich das Top gleich genäht, nachdem Katharina mir das Tutorial zum Probenähen zugeschickt hatte, aber dann: 'aus dem Auge - aus dem Sinn'.... Dabei hat das Nähen sehr viel Spaß gemacht. Das Zuschneiden und Sortieren der Streifen für die einzelnen Blockteile war dabei noch das, was am meisten Zeit in Anspruch nahm. Das Patchen ging dann ruckzuck.

Die Anleitung, die man bei Etsy oder bei Makerist bekommen kann, ist super gut geschrieben und auch für Anfänger sehr gut verständlich.


Ich habe für mein Kissen lauter Reste aus meinem Fundus an Low Volumes verwendet. Wenn man nicht über so viele Reste verfügt, dann kann man diese Muster auch perfekt aus Jelly Roll Streifen arbeiten. Wem meine Variante mit den Low Volumes gefällt, der findet in meinem Shop die entsprechende Low-Volume Jelly Roll!

Wenn ich euch auf den Geschmack gebracht haben sollte, dann besorgt euch das Tutorial von Katharina und legt los - es lohnt sich :-) Viel Spaß!

22 August 2019

Furoshiki - Zero Waste

In letzter Zeit mache ich mir immer mehr Gedanken, was ich zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen kann. Geht es euch auch so? Was für eine Welt möchte ich meinen Kindern und Kindeskindern hinterlassen und was lebe ich ihnen vor, damit sie achtsamer mit unseren Ressourcen umgehen?

Das Angebot zur Kooperation mit Spoonflower zum Thema 'Furoshiki' kam mir daher mehr als gelegen! Es bot mir die Möglichkeit, gleich zwei Aspekte zum Thema 'Zero Waste' unter einen Hut zu bringen und euch das hier auf dem Blog zu zeigen.


Was ist Furoshiki?

"Ein Furoshiki (jap. 風呂敷) ist ein quadratisches Tuch, das vor allem in Japan traditionellerweise als Verpackung und als Tragebeutel genutzt wird, beispielsweise für Geschenke oder Kleider. Die aus der Edo-Zeit stammende Bezeichnung bedeutet ungefähr „Bade-Tuch“, weil es in öffentlichen Badehäusern damals üblich war, die eigene Kleidung in solchen Tüchern aufzubewahren, doch dürfte ähnlicher Gebrauch, etwa unter Händlern, bis auf die Nara-Zeit zurückgehen. Eine ältere Bezeichnung war hirazutsumi (平包, dt. „flaches Bündel“). Als Materialien kommen heutzutage Kunstfaser, Baumwolle oder Seide vor, die Größen sind vielfältig, üblicherweise ab etwa 45 cm bis rund 100 cm Kantenlänge.[1] Furoshiki, die oft mit traditionellen Mustern bedruckt oder im Shibori-Stil gefärbt sind, werden zum Verpacken von Geschenken verwendet, aber auch zum Einpacken der in Japan häufigen Imbissbehälter (Bentō), wo sie gleichzeitig Tischset oder Serviette ersetzen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Nutzung dieser Tücher stark zurück: Für tägliche Einkäufe wurde der Plastikbeutel zusehends bevorzugt. Der Recyclinggedanke und Ansätze zum Umweltschutz im Alltag führten gegen das Jahr 2000 zu einer Wiederbelebung dieses japanischen Kulturerbes. Der österreichische provokant umweltbewusste Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltete ein Baumwoll-Furoshiki für Fernwärme Wien GmbH und nannte es „Binkel-Bündel.Furoshiki“.[2]" (Quelle: Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Furoshiki)

Stoff statt Papier als Geschenkverpackung

Wie wäre es also, statt diesen enormen Geschenkpapier Mengen – die einzig der Verhüllung dienen, um dann anschließend im Müll zu landen – Stoff zu verwenden?
Die Idee, Geschenke in Stoff zu verpacken, ist uns Patchworkern nicht unbekannt. Es gibt unzählige Tutorials für Beutel, die zunächst mal zur Müllvermeidung beitragen. Die Frage ist nur, was im dem Beutel nachher passiert. Zu was wird er weiter verwendet? Hat der Beschenkte dafür überhaupt Bedarf?
Ihr seht, wenn man sich weiterführende Gedanken macht, dann kann ein gut gemeinter Ansatz eventuell ins Leere führen….
Furoshiki ist für uns Stoffliebhaber daher bestimmt schon eine gute Alternative - wer hat nicht gerne einen tollen Stoff als Zusatzgeschenk! Es soll allerdings Menschen geben, die damit so überhaupt nichts anzufangen wissen…. und genau für die habe ich eventuell eine gute Lösung gefunden!

Furoshiki als Bienenwachstuch!

Ein schönes Stück Stoff, das man mit Bienenwachs einlässt, damit man es zum Abdecken oder Einwickeln von Lebensmitteln verwendet, damit kann doch bestimmt jeder was anfangen, oder?

Ich durfte mir bei Spoonflower aus den unzähligen schönen Prints was für dieses Projekt aussuchen und habe mich gleich bei der Suche auf japanische Motive begeben. Fündig bin ich bei 'kostolom3000' mit diesen schönen Kreismotiven 'Watercolor Circles of Nature'. Ich habe mir einen Fat Quarter bestellt, der ca. 45 x 55 cm groß ist.


So liebevoll verpackt kam er gestern bei mir im Geschäft an:

Bienenwachs auf Stoff aufbringen

Es gibt mittlerweile auch zum Thema Bienenwachstücher unzählige Tutorials. Da ich in meiner Bastelkiste nur ein Set zum Bienenkerzen machen hatte, musste ich allerdings etwas improvisieren!
Ihr kennt vielleicht alle noch diese Kerzen, die wie Bienenwaben aussehen? So ein Teil hatte ich noch aus Urzeiten zum Selberdrehen als rechteckige Platte…. Die habe ich dann mit der Schere in kleine Stücke geschnitten (die Schere klebt jetzt erst mal….).

Mein Bügelbrett habe ich, bevor es losging, mit Backpapier ausgelegt.


Auf den Stoff habe ich dann die Bienenwachsstücke ausgelegt, das Ganze mit einem weiteren Backpapier abgedeckt und dann mit dem Bügeleisen (Einstellung: Baumwolle oder ***) so lange gebügelt, bis das Bienenwachs schmolz und sich schön im Stoff verteilt hat.


Die gelbliche Farbe des Bienenwachs überträgt sich natürlich auf den Stoff.... wer das nicht mag, der kann mal nach 'gebleichtem Bienenwachs' suchen! 

Damit der Stoff später bei (hoffentlich) häufigen Benutzen nicht so sehr ausfranzt, habe ich die Kante mit der Zickzack Schere beschnitten.

Furoshiki als Einpackmethode

Bei meinen Recherchen zum Thema Furoshiki bin ich auf diese folgende tolle Darstellung der vielfältigen Methoden gestoßen. Die Schautafel hat das Japanische Umweltministerium als ein Symbol der japanische Kultur zum Vermeiden von Müll herausgegeben! Wie cool ist das denn???? 
(Quelle: Japanisches Umweltministerium, http://www.env.go.jp/en/focus/060403.html)

Im Folgenden seht ihr, wie ich das Kona Cotton Solids Charm Pack nach der Furoshiki Methode verpackt habe:








Ich finde die Verpackung extrem hübsch! Im allerersten Bild dieses Blogpost habe ich noch eine Blume hinzugefügt, das gibt dem ganzen vielleicht noch etwas Pepp, muss aber nicht sein.... wäre ja auch wieder Müll (wenn auch kompostierbar....).

Durch das Wachs im Stoff ist die Zickzackkante sehr strapazierbar. Sollte dem Beschenkte das Maß von 45 x 55 cm zu groß sein, kann er es ohne weiteres einfach kleiner schneiden! Auf jeden Fall braucht es jetzt keine Frischhalte - oder Alufolie mehr und im Kühlschrank wird es jetzt mit dem schönen Stoff auch bunt!

Fazit

'Small changes eventually add up to huge results' 

(kleine Änderungen führen letztendlich zu großen Ergebnissen / leider keine Quelle gefunden)
Wenn es alleine durch dies tolle und einfach Art des Einpackens möglich ist, Berge von Geschenkpapier zu vermeiden, dann ist das gut für unsere Umwelt und gleichzeitig spart man jede Menge unnötige Haushaltsfolie ein. 

Jeder von uns kann mit kleinen Schritten anfangen, was zu verändern!

Wenn ihr Lust bekommen habt, bei Spoonflower nach schönen Stoffen zu stöbern, dann hier noch ein kleines Bonbon mit auf den Weg: Ihr bekommt 10% auf euren Einkauf, wenn ihr den Code quiltmanufaktur10 eingebt!

Natürlich findet ihr auch in meinem eigenen Shop wunderschöne Stoff: https://www.stoffe-quilts.de/

Ich hoffe, der Blogpost hat euch ein wenig zum Nachdenken gebracht und ihr findet die Idee genauso gut wie ich?! Bin gespannt und freue mich schon auf eure Kommentare!

09 August 2019

Workshop Frankie the Frenchie mit Dorthe Niemann

Als ich die Woche den Blogpost von Dorthe / Lalala Patchwork über ihren Besuch auf dem Festival of Quilts in Birmingham lass und ihr Foto mit Mandy von Sew Quirky sah, da fiel mir ein, dass ich noch dringend was von meiner To-Do-Liste abzuarbeiten hatte... Ich wollte für den Workshop Frankie the Frenchie, den Dorthe in der Quiltmanufaktur am 6. Oktober geben wird, noch ein Kissen mit diesem genialen Pattern machen!


Das Pattern kann man als PDF Download auf der Seite von Sew Quilky kaufen und es eignet sich für einen Miniquilt, ein Kissen oder für die Front einer Tasche - oder was auch immer ....
Dorthe wird mit den Teilnehmern im Workshop diesen Motiv und die einzelnen Schritte durchgehen und bestimmt werden wieder die unterschiedlichsten Frankies dabei rauskommen!


Das tolle - neben dem eigentlichen Motiv - ist daran, dass man fantastisch mit Scraps arbeiten kann und keine Scheu vor wilden Kombinationen haben braucht. Ich finde ja 'je wilder desto besser'!


Mit meiner BERNINA 790 hatte ich heute Morgen einen Termin zum Applizieren mit Zierstichen! Bei der Auswahl an Stichen und der variablen Gestaltung der Mustergrößen ein schieres Wunder, das ich trotzdem recht zügig fertig wurde.... Ich verrate mal nicht zu viel, denn Dorthe wird im Workshop bestimmt über die Feinheiten des Applizierens sprechen ;-)

Noch sind wenige Plätze frei! Wer also Lust hat, unter Dorthes fachkundiger Anleitung und mit viel Spaß an diesem Workshop teilzunehmen, der schreibt mir am besten eine Email an post@quiltmanufaktur.de


Was bei keinem meiner fertigen Sachen mehr fehlen darf, ist mein Etikett. Da mich einige gefragt haben hier noch mal der Link - ich habe es bei Dutch Label Shop machen lassen. Schon ab Mengen von 5 Stück wird da produziert.

Das war der letzte Punkt auf meiner To-Do-Liste bevor es jetzt für eine Woche in den Urlaub geht!
DER BERG RUFT! 
Wenn ihr schauen wollt, wo hin es mich ab Sonntag verschlagen hat, dann schaut auf meinem privaten Insta Account Andrea Kollath vorbei....
Die Quiltmanufaktur wird in der Zeit vom 11. August bis 19. August geschlossen sein. Die Bestellungen im Onlineshop werde ich gleich als erstes am Dienstag, den 20. August bearbeiten.

25 Juni 2019

Sew Together Bag - Die X-te

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Man soll niemals 'nie' sagen....
Vor ein paar Jahren habe ich mich noch strikt geweigert, kleine Täschchen zu nähen - weniger aus Prinzip, mehr weil ich sie schlicht nicht gebrauchen konnte und nicht besonders mochte. Das hat sich dann gelegt, als Sophia in meinen Patchworkladen kam und mich regerecht genötigt hat, mit ihr zusammen meine erste Sew Together Bag zu nähen. Sophia, mein Dank schleicht dir seither immer hinterher!


Letztens fragte mich meine Freundin Maria, ob sie zu mir mal zu mir in den Kurs kommen könne, um endlich auch mal so eine Sew Together Bag zu nähen. Endlich mal ein Anlass, mich bei ihr zu revanchieren. Sie hat mir schon einige Quilts auf großartige Weise gequiltet!
Also haben wir den Feiertag letzte Woche zum Anlass genommen und von morgens bis abends gemeinsam an dem Täschchen genäht - wobei natürlich viel Zeit zum Quatschen war :-)


Für meine Tasche habe ich mir Stoffe aus meinem aktuellen Sortiment ausgesucht:
Cotton and Steel Melody Miller Freshly Picked
Michael Miller Fabrics Tamara Kate Night Garden Sparkling
Robert Kaufman Fabrics Kona Cotton Carrot
den passenden Endlosreißverschluss und Zipper in Orange hatte ich auch gleich parat!


Von dem Prozedere habe ich keine Bilder, war auch keine Zeit, welche zu machen...


Ich bin wirklich immer wieder fasziniert, wenn alles am Ende zusammengekommen ist. Mittlerweile mag ich dieses Täschchen wirklich sehr gerne und verwende es z.b. auf meinen Workshop - Abstechern bei BERNINA in der Schweiz. Dort ist zwar immer alles an Zubehör vorhanden, ich mag aber immer lieber mit meinem eigenen Rollschneider,  diversen Scheren und sonstigen Zubehör arbeiten....


So sieht meine erste STB in meinem Schubfach am meinem Arbeitsplatz aus! Die ist dort bereits festgewachsen.... Wenn ich unterwegs bin, nehme ich nur die Dinge raus, die ich benötige. Und diese Dinge kommen jetzt entsprechend in die 'neue'!


Mal schauen, ob sie so lange bei mir bleibt! Neulich hatte ich schon mal eine weitere genäht und dann kam eine liebe Kundin und hat sie mir glatt weggekauft - Sachen gibt´s.... Diese erwähnte war aus der Not entstanden, weil ich für einen Kurs vergessen hatte, den Außenstoff mitzunehmen, habe ich einfach ein Panel von einem Quilt-As-You-Go Workshop genommen.




Bei dieser habe ich aus einem Reststück des Panels noch ein kleines Nadelkissen eingefügt, dass ich mit einem Zierstich aufgenäht habe.

Ist doch irre, wie unterschiedlich man diese kleine Tasche gestalten kann, oder?!
Marias Prachtextemplar könnt ihr auf ihrem Instagram Account bewundern

Wer Lust hat, dieses Täschchen in Angriff zu nehmen und mit anderen zusammen einen schönen Tag zu verbringen, der meldet sich zum Workshop Sew Together Bag (Sonntag, den 22. September von 10.00 bis 16.00 Uhr) bei mir per Mail an - post@quiltmanufaktur.de

17 Mai 2019

It´s a Boy! - Babyquilt

Alle sind total im Baby Wahn..kaum ein Pups wird ausgelassen, den das neue royale Baby macht und das steckt an. Nicht das ich noch mal geneigt wäre ein Baby zu bekommen - um Gottes Willen... - ich habe zum Glück zwei prächtig geratene erwachsene Kinder und bin heilfroh, dass ich diese Babyzeit hinter mir habe! Trotzdem hat mich das Thema auch gepackt.... zumindest in Form eines Babyquilts.

Quiltmanufaktur - Andrea Kollath - It´s a Boy Babyquilt - ca. 75 x 80 cm

Häufig bekomme ich im Geschäft zu hören, dass es so wenige schöne Jungs Stoffe gäbe, mit denen man einen Babyquilt machen könnte. So kam also eins zum anderen: schöne Jungs Stoffe und ein Babyquilt - hier könnte ich dann aufhören, oder? Hahaha... Ok, ich will ja auch erklären, wie ich diesen Quilt gemacht habe.

Von der Idee zum Quilt

Seit einiger Zeit habe ich diese schönen Stoffe der Serie Stella Baby von Abi Hall für Moda Fabrics in Form von Charm Packs im Verkauf. Ich hatte sie gekauft, weil ich sie besonders 'Jungs-mäßig' fand und wusste, dass einige genau so was suchen würden. Ich selber hatte auch große Lust was daraus zu zaubern. Aber wie immer kommen 1000 andere Projekte dazwischen....
Dann fielen mir beim Aufräumen diese 2,5" Inch Hexagon Schablonen von Pretty&Useful in die Hand und ich hatte so eine vage Idee, dass man aus dem Charm Pack einen Hexagon Quilt machen könnte. Allerdings war mir auch gleich klar, dass man mit diesen 42 Stoffstücken schwerlich einen einigermaßen großen Babyquilt machen könnte. Außerdem ist es ja nicht so easy-peasy Hexagone mit der Maschine zu nähen...
Verena von Einfach Bunt Quilts, mit der ich lange Zeit in München zusammen gearbeitet habe, hat mal einen Quilt gemacht, bei dem sie zwischen die Hexagone diese Dreiecke genäht hatte. Zum einen füllte das die Fläche etwas auf und noch viel wichtiger: man kann die Hexagone so in Reihen zusammennähen! Aber eins nach dem anderen......

Hexagone und Dreiecke

Wie gesagt sind meine Hexagonschablonen 2,5" Inch groß. Die Angabe der Größe bezieht sich dabei immer auf eine Kantenlänge und nicht, wie einige immer vermuten auf den Durchmesser!


Auf dem Bild oben könnt ihr sehen, was mit der Kantenlänge gemeint ist.

Teil A.
Normaler Weise handelt es sich hier um Englisch Paper Piecing Schablonen. Deren Größe ist beim EPP auch gleich die fertige Größe vom Blockteil. Da ich hier die Schablone aber als Vorlage zum Vernähen verwende, muss ich ringsum den 1/4" Inch sozusagen wegrechnen. Das ist insofern dann später für die Dreiecke wichtig! (Teil C.)

Teil B.
Um die Größe der Dreiecke zu ermitteln, habe ich durch die Ecken der Schablone Diagonalen gezeichnet. Dadurch ergeben sich 5 Dreiecke, deren Kantenlängen ebenfalls wieder 2,5" Inch betragen.

Teil C.
Bevor man nun das Dreiecke als Schablone zuschneidet, muss man an den beiden inneren Kanten die Nahtzugabe von je 1/4" Inch anzeichnen.


Wie im Bild dargestellt, schneidet man sich das Dreieck anhand der vorher eigenzeichneten Linien zu.

Zuschneiden

Aus den Stoffen des Charm Packs schneidet man die Hexagone zu. Ob man sie vorher auf der Rückseite aufzeichnet und dann ausschneidet oder die Schablone auf den Stoff auflegt und danach zuschneidet, bleibt euch selbst überlassen. Ich zeichne lieber vorher auf, damit ich die Schablone nicht ausversehen zerschneide....


Wie man sehen kann, treffen die beiden horizontalen Spitzen des Hexagons gerade so auf die Zuschnitt Kante, daher kann man auch kein größeres Hexagon verwenden.

Wenn ihr den Quilt gleich Groß wie meinen machen wollt, dann benötigt ihr weitere 15 weiße Hexagone. Um diese zu zuschneiden, könnt ihr auch Quadrate in Charm Pack Größe (5"x5" Inch) verwenden, oder ihr schneidet zwei Streifen a` 5"Inch über die gesamte Stoffbreite und daraus dann die 15 Hexagone zu.

Von den Dreiecken braucht ihr nach meiner Vorlage 112 Stück. Ich habe dazu ... mit einem Maß von 2 7/16" Inch zugschnitten (das ist die Hälfte zwischen 2 3/8" und 2 1/2" Inch....).
Wer Schwierigkeiten mit den Inch Einheiten auf dem Patchwork Lineal hat, der kann sich hier informieren: 6 Köpfe 12 Blöcke - Inch Lineale


Die Dreiecke schneidet ihr wie auf dem Bild dargestellt immer versetzt zu. Aus einem Stoffstreifen (doppelt gelegt) sollte ihr insgesamt 22 Dreiecke rausbekommen. Ihr braucht also ungefähr 5 Streifen.


Schneidet im Anschluss noch die kleinen Ecken weg. Das erleichtert das spätere Zusammennähen - ihr werdet sehen....

Zusammennähen

Am besten legt ihr jetzt erst mal eure Hexagone so aus, wie es euch gefällt. In meinem Layout habe ich pro Reihe je 7 Hexagone ausgelegt, das ergibt nachher 8 Reihen.


Jetzt wird jedem Hexagon je zwei Dreiecke zugeordnet, einmal links oben und das andere rechts unten.


Die Dreiecke werden auf dem Hexagon ausgerichtet und jetzt seht ihr auch, warum man die Ecken der Dreiecke wegschneiden sollte - so findet man nämlich die optimale Position auf dem Hexagon!


Und jetzt kann man auch erkennen, wie einfach es ist, diese Hexagone als Reihen hinzubekommen! Nun müssen nur noch die diagonalen Linien geschlossen werden.


Hier helfen zum Positionieren auch wieder die weggeschnittenen Ecken der Dreiecke!


Ihr seht, die Hexagone werden immer versetzt pro Reihe zusammengenäht. Somit muss man an dem oberen gar kein Dreieck anfügen, denn das wird nachher sowieso weggetrimmt. Stattdessen muss man (wie in der unteren Reihe zu sehen ist) ein Dreieck anfügen.


Etwas schlampig genäht... aber man sieht, wie es rauskommen soll, oder?


Am Ende wird getrimmt. Dabei wird leider ein schönes Stück vom Hexagon weggeschnitten....
Jetzt sollte aber klar sein, wie es zu arbeiten ist, oder?

Der fertige Babyquilt

Ich habe mir Labels bei The Dutch Label Shop machen lassen. Das mit meinem Stern im Logo ist scheinbar kaum hinzubekommen. Macht nichts, finde sie trotzdem schön!


Das Binding habe ich mit dem lustigen Peacoat von Dear Stella gemacht, ist nicht ganz so schroff wie richtig gestreifte Bindings.
Gequiltet habe ich ihn einfach durch die diagonalen und vertikalen Nahtschatten.


Ich hoffe, euch gefällt die Idee und die Methode?!? Diejenigen, die bereits nach einem Tutorial gefragt haben, kommen hoffentlich damit zurecht. Wenn nicht, dann einfach eine Mail an post@quiltmanufaktur.de - ich helfe gerne!

Habt alle ein schönes Wochende!