05 Juli 2015

Ankündigung!!! SOMMER BLOG PARTY


Ich freu mich ganz arg euch mitteilen zu dürfen, dass nächste Woche am Sonntag, dem 12.7.2015 die Sommer Blog Party starten wird!
Susanne / Stoffbreite und ich haben wunderbar kreative und talentierte Bloggerinnen dazu gewonnen, euch 14 Tage lang mit ihren tollen Ideen und Anleitungen zu begeistern. Jeden Tag könnt ihr euch auf einem neuen Blog über ein Tutorial freuen, dass euch Anregungen zum Nähen für Sommersachen bietet.
Kommt am kommenden Sonntag auf Susannes oder meinen Blog und lasst euch überraschen, wer alles mitmachen wird!
Die Party geht vom 12.07.-26.07. und am Ende gibt es eine Linky-Party mit tollen Gewinnen! Macht euch also schon mal ein großes Ausrufezeichen am 12.7. in euren Kalender!  Gerne dürft ihr auch schon den Button in eurem Blog einbinden:

Quiltmanufaktur

01 Juli 2015

Skandinavischer Babyquilt


Hier ist der Quilt, den in am vergangenen Wochenende mit der Hand gequiltet - gestickt habe. Jetzt ist er fertig und hängt erst mal an der Wand, bis ihn seine neue Besitzerin abholen wird. Die Farben, bzw. das Sashing ist für meine Verhältnisse recht ungewöhnlich! Die Kundin hat sich diesen grau-beige-schraffierten Stoff dafür ausgesucht. Ich finde, er wirkt irgendwie skandinavisch, oder?


Ich habe mir die Punkte zum Quilten/Sticken vorher angezeichnet, so werden sie schön gleichmäßig. Der Abstand beträgt 1/4" Inch und ich habe ein Perlgarn mit einer dicken Sticknadel verwendet.


Bei der Rückseite musste ich etwas stückeln, denn mir hat der Stoff nicht mehr gereicht. Die Reste von der Vorderseite sind hier Lückenbüßer.. Der fertige Quilt ist ca. 85 x 110 cm breit. Jetzt bin ich gespannt, ob er der Kundin gefallen wird....

30 Juni 2015

Bee Germany Treffen in Berlin

Vergangenes Wochenende bin ich nach Berlin gefahren, um mich dort mit den Mädels der Bee Germany zu treffen. Das war jetzt bereits das fünfte Treffen dieser Bee Gruppe und da die meisten der über ganz Deutschland verteilten Bee-Mitglieder in Berlin wohnen, hat Aylin das dieses Mal für uns in der Hauptstadt organisiert. 
Wir hatten einen ganz tollen Raum in einem Gemeindezentrum mitten im Grünen. Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, ging`s ordentlich zur Sache! Links hinten der Quilt von Berlinquilter, daneben ein Paperpiecingblock von Lieblingsdecke. Weiter rechts daneben der noch nicht fertige Quilt von Aylin-Nylia mit Schmetterlingen, dessen Blöcke zum Teil von den fleißigen Bee´chen genäht wurde, einer anderen virtuellen Bee. Und ganz rechts der Juni-Bee Block Storm at the see für Jona & Lili. Im Vordergrund liegt der fast fertige Quilt von Marzipanchen nach Anna Maria Horner Feather Pattern und darauf die Blöcke nach dem Paper Foundation Piecing für Aylin.


Diese Bee gibt es schon länger, ich bin aber erst seit - glaube ich - zwei Jahren dabei. Da ich keine Lust hatte, meine Maschine im Zug mit zu schleppen, habe ich mir zwei Quilts mitgenommen, die ich per Hand quilte. Der eine kleinere ist fertig geworden, während der andere (ein wesentlich größerer) weiter auf das Finish warten muss - schließlich gibt es ja auch immer viel zu bequatschen und vor allem zu lachen - da hat man nicht die Zeit, alles wirklich fertig zu bekommen..... Bilder von diesen Quilts folgen.

Um zu sehen, was wir in dieser Bee Germany so machen, schaut doch mal in unsere Flickr-Gruppe - oder einfach mal auf den Blogs der Mitglieder vorbei:


Einige, denen ich im Vorfeld vom dem Treffen erzählt habe, wollten wissen, was denn eine Bee ist. Hier die Erklärung:

Eine Quilting Bee besteht aus mehreren Mitgliedern, die sich bei ihren Quiltprojekten gegenseitig unterstützen. Früher, als soziale Netzwerke noch kein Begriff waren, traf man sich in der Nachbarschaft oder an bestimmten Orten wie Kirchen oder Gemeindezentren, um gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. Heute gibt es sehr viele virtuelle Bees in den verschiedesten Sozialen Netzwerken wie Flickr oder Instagram. Der Vorteil einer Bee ist, dass man in wesentlich kürzerer Zeit einen gesamten Quilt fertig machen kann, anstatt viel Zeit für die Anfertigung eine bestimmte Anzahl an Blöcken zu verbringen. Jeden Monat gibt es eine Bee-Königin, an deren Projekt sich alle Bee-Mitglieder beteiligen. Sie versendet die Anleitung samt Stoffen an alle Teilnehmer und bekommt noch im selben Monat die fertigen Blöcke wieder zurück. Es gibt auch Bees, in denen die Teilnehmer ihre eigenen Stoffe verwenden und man so z.B. seinen Stash wunderbar verringern kann. Oder es werden Sampler genäht, dann werden keine Anleitungen verschickt, sondern jeder machen einen Block nach Lust und Laune, wobei dann lediglich die Blockgröße vorgegeben ist. Bee kommt wohl von Biene, denen man ja eine Fleißigkeit und großen Gemeinsinn nachsagt - und auch da gibt es ja besagte Königin, für die man alles macht....

Noch Fragen? ;-)

11 Juni 2015

Neues von den Remixed Geese

Im Januar hatte ich euch den Quilt Remixed Geese gezeigt, den ich nach einem Pattern von Erica Jackmann / Kitchtable Quilting gemacht habe.
Jetzt habe ich ihn endlich verschenken können. So wie geplant hat ihn mein Vater bekommen, wenn auch mit einem Jahr Verspätung....


Am Dienstag hatte er Geburtstag und kam, bevor wir hier schön essen gegangen sind, im Geschäft vorbei. Er hat gleich kapiert, wie man einen Quilt richtig in Szene setzt und ihn Indianermäßig umgeschlungen :-) Mächtig gefreut hat er sich, denn es ist sein erster eigner Quilt von mir - bisher kam nur meiner Mutter in diesen Genuss!

Als dieser Quilt noch bei mir im Geschäft aushing, kam eine ehemalige Mitarbeiterin meines Vaters zu Besuch und hat sich total in das tolle Muster und die schönen Parson Grey Stoffe verliebt. Prompt hat sie einen Quilt als Betthaupt bei mir bestellt und mir eine genaue Skizze von ihrem Wunsch in die Hand gedrückt.


Diese hing jetzt die ganze Zeit bei mir am Schreibtisch. Zusätzlich habe ich den Quilt meines Vaters schwarz/weiß kopiert und mir einen Plan gemacht, wie ich die Geese anordnen werde. Tatsächlich habe ich dann beim Auslegen noch einiges verändert - gut wenn man flexibel bleibt ;-) Ach, und die Aufhänger, wie sie auf der Skizze zu sehen sind, haben wir verworfen.....


Auf den ersten Blick sieht er ziemlich gleich wie der meines Vaters aus. Tatsächlich aber sind einige ganz andere Stoffe von Parson Grey drin. Dieser hier hat ein Maß von 90 cm x 180 cm. Hinten ist ein Tunnel eingenäht, damit er an die Wand hinter dem Bett aufgehängt werden kann.

Jetzt freue ich mich aber mal auf andere Projekte.....

15 Mai 2015

Keep it simple.....

Am vergangenen Wochenende war ich in Steckborn im Bernina Creative Center, um einen Kurs über Log Cabin zu halten.


Diese tolle Möglichkeit habe ich Jutta Hellbach zu verdanken, die im Creative Center von Bernina schon diverse Kurse gehalten hat. Als sie durch Zufall erfuhr, das die Kursleiterin für den geplanten Log Cabin Kurs ausfiel, schlug sie mich als Ersatz vor :-) Frau Gross, die Leiterin vom Creative Center rief mich darauf hin an und fragte mich, ob ich in der Kürze einen solchen Kurs vorbereiten könne. Im Kurs sollte an zwei Tagen ein Quilt mit allem Drum-und-Dran fertig werden und es sollte die Möglichkeit geben, auch einen Tischläufer zu arbeiten.... Wie g.... ist bitte das denn - ich zu Bernina in die Schweiz!?!

Ihr kennt mittlerweile meine spezielle Vorliebe für Jelly Rolls?!? Die kamen mir gleich in den Sinn, als ich mir ein schnelles Konzept für dieses Wochenende ausgedacht habe. Keep it simple! Da ich nicht wusste, welche Nähkenntnisse die Teilnehmer haben würden, musste ich mir was überlegen, was sowohl die Technik als auch die zeitliche Durchführbarkeit für alle Näherfahrungen hergibt. Mit Jelly Rolls hat man zumindest schon mal für die Blöcke kaum vorzuschneiden.... Also habe ich mal ausgerechnet, was so eine Rolle an Blöcken hergeben würde und dann überlegt, wie man ein "zügiges" Sashing hinzufügt, damit der Quilt eine machbare Größe bekommt - Machbar ist hier immer mit dem Zeitrahmen zu verstehen....


Damit Frau Gross ein Bild zur Hand hat, dass sie den Kursteilnehmern im Vorfeld zukommen lassen konnte, habe ich diesen Quilt aus einer türkisen Jelly Roll genäht. Er ist ca. 111 cm x 147 cm groß. Da ich keine Lust zum Maschinen-Quilten hatte, habe ich hier mit einem dünnen Perlgarn im knappen Abstand um die Blöcke herum- und am Binding entlang gequiltet.


Blöd nur, das Bernina immer ein bebildertes Dossier an seine Kursteilnehmer austeilt, damit diese anschließend was zur Hand haben, wenn Sie das gelernte zu Hause selber noch mal nacharbeiten wollen... Ich hatte nur Bilder vom fertigen Quilt gemacht :-(

Also habe ich den Quilt noch mal komplett neu gemacht - damit es nicht langweilig wird, dann in Rot! 


Gleicher Quilt - ganz andere Wirkung, oder?! Vielleicht erinnert ihr euch an meinen letzten Post über das Binding? Das hier ist dann der Quilt dazu :-) Das Creative Center hat aus den 10000 Bildern, die ich während des Entstehens gemacht habe, ein wirklich beeindruckendes Dossier gemacht!

Am Samstag ganz früh bin ich dann von Frankfurt nach Steckborn gefahren. Was mich dort erwartet hat, war das reine Schlaraffenland! Ein super ausgestatteter, großzügiger, Tag-heller Kursraum mit allem an Maschinen und sonstigem Equipment, was man sich nur wünschen kann und einer - die Schweizer sagen - heimeligen Atmosphäre... Ein Traum! Frau Gross und ihr Team hatten alles perfekt vorbereitet und wir konnten sofort loslegen. 

Um den Kursteilnehmerin vorzuführen, wie die Streifen aufzuteilen- und dann zu nähen sind, habe ich einen weitere Jelly Roll mitgenommen. 


Ich habe praktisch jeden Schritt immer vorgeführt, bis klar war, wie man die Blöcke arbeiten soll und dann haben die Teilnehmer - unterbrochen von einem fürstlichen Mittagsbuffet - bis zum späten Nachmittag das gesamte Quilttop fertig bekommen.

Danach ging´s für mich ins Hotel direkt am Bodensee auf der anderen Straßenseite. Das Wetter war eine Granate und ich hatte vor, mich nur ganz kurz hinzulegen, um dann auf der Restauranttrasse einen Sundowner zu genießen! Leider aber bin ich prompt eingeschlafen....

Am nächsten Tag haben wir dann, wie bei dem obigen roten Quilt durch den Nahtschatten mit der Maschine gequiltet und ich habe dann noch demonstriert, wie das Binding zu arbeiten ist, dann war der Kurs auch schon vorbei! Die Zeit ist echt gerast.... Ist das aber nicht immer so, wenn man vollkommen versunken an etwas arbeitet?!

Am Montag dann habe ich meinen Demo-Quilt fertig gemacht. Wie ihr am ersten Bild sehen könnt, besteht er nur aus 9 Blöcken. Die restlichen Streifen habe ich für einen Mittelstreifen für die Rückseite verwendet und das Binding damit etwas aufgehübscht! 


Jetzt ziert er schon das Schaufenster und passt wunderbar zu den Vögeln am Baum :-)

04 Mai 2015

Binding Tutorial - Anleitung zum Einfassen eines Quilts

Ich werde im Geschäft so häufig gefragt, wie man das Binding für eine Quilt macht - also den Quilt einfasst - Da liegt es doch nah, dass ich endlich mal eine Anleitung machen, oder?!

Für das Binding gibt es diverse Möglichkeiten der Verarbeitung. Ich erkläre im Folgenden, wie man ein Binding mit doppelt gelegtem Einfassstreifen arbeitet.


Je nach fertiger Breite der Einfassung (so wie man die Breite auf der Seite des Quilttops sieht) muss man die 6-fache Menge an fertiger Breite + ca. 0,5 cm rechnen.
Soll also mein gewünschtes fertiges Binding 1cm breit sein, dann benötige ich eine Streifenbreite von 6,5 cm.
Um zu berechnen, wie viele Streifen a` 6,5 cm ich benötige, messe ich den Quilt längs und quer aus, nehme beide Strecken mal zwei und bekomme eine Summe X.
Ich habe z.B. bei diesem Quilt eine Länge von 147 cm und eine Breite von 111 cm - also rechne ich 2 x 147 cm + 2 x 111 cm = 516 cm.
Bei einer Stoffbreite von 110 cm würde ich also 5 Streifen benötigen, die zu einem "Endlosstreifen" aneinander genäht werden müssen. Aber Achtung! Beim Zusammennähen der Streifen muss man diese im 45° Winkel scheiden und sie dann zusammennähen, weil dadurch vermieden wird, dass die Nähte an der Nahtstelle zu dick werden. Dabei verliert man aber pro Streifen so um die 6 cm an Länge. Bei insgesamt 5 aneinander zu nähende Streife bedeutet das 30 cm weniger Streifenlänge.
Also lieber auf der sicheren Seite bleiben und eher noch einen weiteren Streifen einplanen!

Los geht´s:

1. Schritt:
Ausrechnen, wie viele Streifen man benötigt, diese zuschneiden und die beiden Enden der Streifen im 45° Winkel abschneiden.



2. Schritt:
Die Streifen aneinander nähen, dabei ist es unerheblich mit welcher Nahtzugabe dies geschieht, nur müssen die Streifen gerade aneinander genäht werden.
(Eva / Stoffleidenschaft hat im Kommentar folgenden hilfreichen Tipp hinterlassen: " Aus eigener schmerzlicher Erfahrung würde ich bei Schritt 2 erwähnen, dass darauf zu achten ist, dass die Streifen beim Zusammennähen nicht verdreht sind, sonst liegen die Nahtzugaben mal auf der einen, mal auf der anderen Seite. Die Gefahr besteht vor allem bei einfarbigen Bindings - bei Drucken kann man sich ja an der linken bzw. rechten Stoffseite orientieren.")



3. Schritt:
Der lange Streifen, der so einstanden ist, wird nun zur Hälfte um gebügelt. Dabei sieht man dann auch, dass die Teilungsnaht quer- und nicht übereinander verläuft :-) Das trägt dazu bei, das später an dieser Stelle nicht so ein Knubbel (-weil viele Nähte übereinander) entsteht.



4. Schritt:
Das linke Ende des Einfassstreifens wird ca. 1 cm um gebügelt.



5. Schritt:
Der Einfassstreifen wird an einer der beiden Längsseiten des Quilts mit quer gesteckten Nadeln befestigt. Dabei den Streifen ganz leicht spannen, sonst entstehen nachher bei Festnähen Falten.



6. Schritt:
Den Streifen bis zur nächsten Kante feststecken und dabei die letzte Nadel 1 cm vor der Kante positionieren. Wenn man eine andere Breite von Binding wählt, dann die Nadel um den Wert der Breite von der folgenden Kante entfernt einstechen.



7. Schritt:
Entlang der Schnittkante 1 cm breit mit einer Stichlänge von 3 - 3,5 cm entlangnähen. Ich verwende sehr gerne ein Kantenlineal, um den Abstand immer exakt gleich zu behalten.



8. Schritt:
Bis zur letzten gesteckten Nadel nähen (1 cm vor der Kante) und verriegeln. den Streifen im 45° Winkel umlegen.



9. Schritt:
Den Streifen umklappen und entlang der nun zu nähenden Kante feststecken. Der Umbug an der oberen Kante muss der Linie der oberen Schnittkante entsprechen. Mit der Naht an der oberen Kante beginnen und verriegeln nicht vergessen :-)



10. Schritt:
Alle Seiten so nähen, wie in den vorherigen Schritten beschrieben, bis man zu der Längsseite kommt, an der man angefangen hat. Das Ende des zu nähenden Streifens soll nun in die "Tasche" des Anfangs eingefügt werden. Diesen dazu im 45° Winkel wie im Bild gezeigt abschneiden.



11. Schritt:
Den Streifen in die Tasche stecken und über die Anfangsnaht hinaus festnähen (hier ist der Streifen etwas zu kurz geraten - normal sollte er zumindest bis knapp vor den Umbug des Anfangsstreifens reichen...)
(Leo / Strandkorbtraum hat einen interessanten Tipp im Kommentar hinterlassen, wonach sie diesen Schritt und den folgenden anders arbeitet: Sie schneidet das Ende des Streifens (+Nahzugabe) so ab, dass Sie ihn anschließend mit dem Anfang zusammennäht und dann im Prinzip auch nur eine weitere Teilungsnaht an dieser Stelle hat!)



12. Schritt:
Den Tunnel mit der Hand zunähen., damit der reingesteckte Endstreifen nicht mehr rausgehen kann.



13. Schritt:
Den Einfassstreifen von der Quilt-Oberseite aus nach außen Bügeln. Dann wird er um die Quilt-Kante umgelegt und auf der Rückseite mit Nadeln oder anderen Hilfsmitteln fixiert. Die Ecken werden dabei auch so gelegt, dass sich ein 45° Winkel ergibt.



14. Schritt:
Mit der Hand die Streifenkante auf der Rückseite des Quilts entlang befestigen. Möglichst kleine Stichabstände verwenden, dann ist es auch strapazierfähig!
(Man kann hier auch so verfahren, dass man die Nadeln von der Quilttop-Seite aus steckt, von der Vorderseite aus durch den Nahtschatten hindurch steppt und so das Binding hinten durch die Naht mitfasst)


Fertig :-) Ich hoffe, das die Schritte so erklärt sind, dass jeder der diese Anleitung liest und verwendet, damit klar kommt?! Wenn nicht, dann freue ich mich über Korrektur oder Tipps :-)

14 April 2015

Ein Quilt zum Abitur

Sachen gibt´s!
Vor kurzem kam einen Kundin zu mir ins Geschäft mit einem ganz besonderen Anliegen: Ihre Tochter macht gerade Abitur und sie würde sich von ihr einen weiß-roten Quilt zu diesem Anlass wünschen - es wären nur noch zwei Wochen bis dahin und sie (die Kundin) hätte so was noch nie gemacht... 
Ich habe dann erst mal mit ihr darüber gesprochen, wie groß er sein solle und welches Muster sie mag, usw. Ich habe ihr ein paar Quilts gezeigt und sie hat sich dann für eine einfache Version aus lauter weiß-roten Quadraten entschieden.
Allerdings traute sie sich nicht zu, diesen Quilt selber zu machen, also habe ich das für sie gemacht :-)
Am vergangenen Samstag kam sie wiederum ins Geschäft und fragte mich, ob sie denn nicht doch noch irgendwas machen könne, denn schließlich hätte sich ihre Tochter  den Quilt ja von ihr gewünscht. Bis dahin hatte ich das Top bereits fertig und wollte das Quilten am Wochenende erledigen. Also welchen Part sollte ich sie machen lassen? Dann fiel mir ein, das sie ja das Binding auf der Rückseite an sticheln könne. Ich lud sie für heute ins Geschäft ein, zeigte ihr was zu tun ist und dann legte sie los!


Wir hatte eine so schöne, lustige Zeit! Ab und zu kamen Kunden und sie half dann bei der Stoff- oder Farb-Findung - sie war heute eine echte Bereicherung :-)


Am Nachmittag, nach eine wunderbaren Cafépause mit hervorragenden Gebäck aus ihrem Wohnort war der Quilt für ihre Tochter fertig! Ein wunderbarer, ganz einfacher Patchwork-Quilt ohne großes Bim-Bam-Borium und gerade deshalb besonders schön:-) Er ist 204 x 136 cm groß und wird am Sonntag der Abiturientin übergeben.
Ist das nicht eine schöne Geschichte? Da könnte sich das Mädl alles Mögliche zum Abi wünschen und dann das! Sowas!!! :-)


Um ein wenig Spannung reinzubringen, habe ich wieder die Ecken abgerundet. Hat der Kundin sehr gut gefallen. Jetzt ist sie mächtig stolz, dass sie an dem schönen Stück doch noch mal selbst Hand angelegt hat und freut sich schon darauf, das Prachtstück an ihre Tochter zu verschenken!

Ich weiß, dass einige so einen Quilt auch gerne nacharbeiten würden. Er ist sehr einfach zu machen und daher prima für den Einstieg ins Patchworken geeignet! 
Hier der Materialverbrauch:

216 Quadrate a` 5" Inch ( 12,7 cm ) = 12 Quadrate pro Reihe x 18 Reihen.

Man kann hierfür sog. Charmpacks verwenden. Diese beinhalten 42 schon vorgeschnitten Quadrate a` 5 Inch. Bei einer Menge 5 solcher Charmpacks kommt man auf 210 Quadrate, dh. man benötigt weitere 6 Quadrate, die man ja vielleicht aus Stoffresten zuschneiden und ergänzen kann..... Oder man nimmt 6 Packungen und hat genügend Quadrate übrig und macht daraus noch ein passendes Kissen!

Wenn man sich die Quadrate selber zuschneiden möchte, benötigt man insgesamt ca. 3,45 m Stoff (bei einer Stoffbreite von 110 cm). Bei einer Streifenbreite von 5" Inch (12,7 cm) erhält man 8 Quadrate pro Streifen. Je mehr verschieden Stoffstreifen ihr schneiden könnt, desto besser! Die Reste kann man gut in der Rückseite verarbeiten.

Ich habe Baumwollvlies von Freudenberg H277 verarbeitet und auf der Rückseite ein rot-weiß karierten Baumwollpopeline verwendet.

Da ich die verwendeten Materialien nicht vorgewaschen habe (bei sog. Precuts / vorgeschnitten Stoffstücke), empfehle ich beim ersten Mal waschen Farbfängertücher mit in die Maschine zu geben. Diese fangen die eventuell auslaufende Farbe von Stoffen auf, sodass die nicht den schönen Quilt (in diesem Fall rosa....) verfärben! Man bekommt diese Farbfängertücher in Drogerien. Am besten mehrere Tücher gleichzeitig mit reingeben, dann kann nichts schief gehen :-)

31 März 2015

Pixel Bunny


Tatatataaaaa - der Osterhase ist da!
Ich habe für Ostern eine Pinwand bei Pinterest eingerichtet und beim Suchen nach geeigneten Bildern stieß ich auf ein Bild für eine Stickanleitung. Ich dachte mir, das es doch mit lauter geschnittenen Quadraten aus einer Jelly Rolls auch machbar sein müsste - gesagt getan...


Eine Jelly Roll + 7 - 8 Streifen zusätzlich sind´s dann beim Nachzählen der Kästchen geworden.


Die habe ich alle in Quadrate von 2,5 x 2,5" Inch zugeschnitten und in ein Körbchen gegeben, damit ich später beim Nähen einfach wahrlos reingreifen konnte. Zusätzlich habe ich viele Streifen aus einem fast weißen Kona Cotton geschnitten, die dann für den Hintergrund verwendet wurden.


Mit der Vorlage des Stickbilds und ständigem Abzählen der Kästchen, dem Auslegen der Teile und dem anschließenden Zusammennähen der Reihen ging es dann los. Eine echte Puzzlearbeit und mächtig zeitaufwendig!


Auch die Bügelei war nervig, weil ich ja so gerne alle Nahzugaben auseinander bügle und das ist bei 29 Reihen mit durchschnittlich 25 Quadraten dann doch ziemlich mühsam. Um ehrlich zu sein, hat mich nach kurzer Zeit der Frust gepackt und ich wollte eigentlich nicht mehr weiter machen....


Um mich zu motivieren, habe ich dann mal die erste Hälfte aufgehängt, um die Wirkung zu sehen - das hat dann gewirkt.... ;-) und ich habe durchgehalten! Den Quilt habe ich dann am Sonntag angefangen zu quilten.


Auch hier habe ich´s mir wieder super einfach gemacht und durch die Quadrate durchgequiltet, was so ca. 1000 gefühlte Stunden gedauert hat.... Das mit dem "keep it simple" muss ich noch lernen!


Allerdings ist der Anblick des fertigen Quilts Belohnung für die viele Arbeit. Er hängt jetzt im Geschäft und wenn man reinkommt, sieht man den Pixel Bunny als allererstes :-) Von Nahem ist erkennt man hingegen nur lauter Quadrate. Also ist dieser Quilt sozusagen ein Museumsstück ;-) Eigentlich wollte ich noch viele weitere Ideen für Ostern als Deko im Geschäft umsetzten, allerdings ist mir gerade die Luft ausgegangen....

05 März 2015

Guerilla gardening


In der Quiltmanufaktur ist die Anarchie ausgebrochen - ich habe mir herrenlose Stoffe geschnappt und endlich mal wieder einen Quilt genäht!
Neulich habe ich den Kurs Daizys nach Jan Mullen gegeben und musste einige Muster zum Erklären nähen. Die haben solch einen Spaß gemacht, das daraus dieses Exemplar entstanden ist. Als ich gestern Abend den letzten Stich gemacht- und ihn dann im Ganzen betrachtet habe, fiel mir der Name Guerilla Gardening ein :-)

Und warum Anarchie? Weil ich wirklich - ganz wirklich bemüht bin, meine Stoffsammlung zu reduzieren, satt mich aus den neuen Stoffen im Laden zu bedienen. Zugegebener Maßen ist das sehr schwierig.... Schließlich bestelle ich die Stoffe ja hauptsächlich, weil sie mir gefallen.... Mit den Fat Quarter lässt sich eine erste Auswahl ganz gut treffen, besser als wenn man mit den ganzen Stoffballen hantieren muss.


Die Idee war eine wirklich bunte Blumenwiese auf einem dezent-grünen Hintergrund - dazu dann die Stoffauswahl, wie sie im Bild zu sehen ist. Wobei sich da zwischenzeitlich noch einiges geändert hat... Logisch, wenn man lauter schöne Lieblingsstoffe hier rumliegen hat!


Die Blümchen sehen einfach aus, sind aber extrem arbeits- und materialaufwendig! Es braucht dann auch viel Zeit, Geduld und Stoff, bis man eine Auswahl an verschieden großen Blöcken und Farben zusammen hat.


Das halbfertige Teil lag jetzt einige Zeit hier rum und zwar nicht, weil ich keine Zeit gehabt hätte, es fertig zu machen, sondern weil mir einfach nicht einfallen wollte, wie ich es quilten sollte.... Der Einfachheit halber habe ich erstmal die Quiltlinien um die Blümchen herum mit einem Trickmaker markiert - ca. 1/8" Inch.


Die Linien habe ich dann abgesteppt - ein Anfang.... Die Blumenstempel habe ich ebenfalls im Nahtschatten gequiltet. Dann lag der Quilt erneut für eine Weile in der Ecke. Ich bin nicht so der "Ausfüller", was das Quilten betrifft. Hätte ich eine Longarm, würde sich das vermutlich schlagartig ändern....


In Ermangelung anderer Ideen und weil ich endlich ein Resultat sehen wollte, habe ich lauter schief-nach-schräg-Linien gequiltet.


Die Blumen kommen schön plastisch hervor und der ganze Quilt ist durch das Quilten nicht allzu "platt". Außerdem passen die Linien ganz gut zu den vielen Verschnittlinien, die beim Blumennähen entstanden sind.


Die Rückseite passt ganz hervorragend zu dem Quilttop. Das ist ein Stoff von Moda, den ich total lieb, der wunderbare große Motive hat und in den Farben sehr gut passt.
Jetzt ist er dann fertig ( ca. 90 x 120 cm ) und hängt schon in der Nische im Geschäft, versprüht hier so was wie Frühlingsgefühle!
Vielleicht packe ich nachher mal ein paar Blumensamen in kleine Säckchen, damit die Anarchisten unter meinen Kunden sich voll motiviert ans Guerilla Gardening in Frankfurt machen - mal schauen, wer sich traut ;-)