04 Februar 2016

Quiltmanufaktur - Sew together Bag

Ich konnte doch nicht mehr daran vorbei.... oder: früher oder später trifft es jeden....
Wie auch immer - ich habe jetzt auch die Sew together Bag genäht. Wer mich kennt, der weiß, dass das alles andere als Spaß für mich ist! Ich nähe Taschen und alle davon abgewandelten Formen äußerst ungern. Warum, weiß ich allerdings auch nicht so genau. Und wenn ich´s jetzt recht betrachte, ist die Aversion vermutlich ziemlich unbegründet...


Das ich mich an diese Tasche ran gewagt habe, liegt an einer lieben Kursteilnehmerin, die bereits alle Variationen dieser Tasche genäht hat, u.a. auch die Bionic Gear Bag. Sie hat mich förmlich darauf gehoben! Nachdem ich mir den Schnitt gekauft habe, hat sie mir noch ihr "Buch" über diese diversen Formen der Tasche mitgebracht, incl. der bebilderten Anleitung zum Sew Along von G´macht in Oberbayern - kann man da "nein" sagen?
Zum Glück hat sich Sophia / My sew side (auf Instagram zu finden) meiner erbarmt und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion dieses Utensil letzte Woche mit mir gemeinsam genäht - heißt ja auch Sew together Bag!


Schnell ging das allerdings nicht und einige Sachen - wie z.B. das Vlies - stellten sich als mühsam heraus. Das Vlies H630 finde ich viel zu knubblig, da würde ich - sollte ich je noch mal Hand anlegen - vermutlich eher S320 (zumindest für die Seitenteile) verwenden. Für die Reißverschlüsse musste ich auf beiden Seiten einen Steg annähen, da ich nur fertige Längen da hatte. Ist aber vermutlich gar nicht so blöd....


Zum Schluss hatte ich aus reiner Blödheit Schwierigkeiten mit der letzten Paspel am langen Reißverschluss und dann das unfertige Ding erst mal zur Seite gelegt, während Sophia tapfer ihre Tasche zu Ende genäht hat! Während Sie zwischenzeitlich noch eine weitere genäht hat, musste ich erst mal Nachts grübeln, warum bei mir diese Paspel nicht funktioniert hat. Ich grüble gerne Nachts an Nähproblemen herum... Ok, herausgestellt hat sich, das ich sie einfach mehr als Füßchenbreit angenäht hatte und sie daher nicht mehr um die Kante des RVs gepasst hat - ich sage ja: reine Blödheit!
Alles in allem hat´s gar nicht weh getan und wer weiß, vielleicht wird es doch nicht die letzte gewesen sein - zumindest muss ich probieren, ob das mit dem anderen Vlies besser funktioniert... Stay tuned!

29 Januar 2016

Türkise Modern Hexies

Mein erster Quilt in 2016 ist fertig. Modern Hexies nach einer Anleitung von Modern Handcraft. Ich hatte ihn schon letztes Jahr auf dem Radar, kam jedoch wegen so viel anderer Aufgaben nicht dazu. Im Kopf hatte ich aber schon genau diese Größe (ca. 85 x 85 cm) und das er natürlich in meiner absoluten Lieblingsfarbe Türkis gemacht werden muß.


Im Urlaub zu Beginn des Jahres hatte ich genügend Muse, 188 Hexagone von 1 1/4" Inch Größe aus meinem Türkisen Stash zu zu machen, die ich für diesen Quilt benötigte.


Der Rückseitenstoff ist Kona Cotton Snow. Er läßt die Türkisen Stoffe so wunderschön leuchten.


Nachdem die Hexies in Position gebracht sind, werden sie straightline durch die Ecken der Hexagone gequiltet.


So sieht das von der Rückseite aus - fast zu schade, es nur an der Wand hängen zu haben!
Ein schöner Start ins neue Jahr, oder?


28 Dezember 2015

Kundenquilt nach "Migration von Season Evans"



Mein letzter Quilt für dieses Jahr, ein Kundenauftrag, der mir besondere Freude bereitet hat! Er ist nach einem Quilt gearbeitet, den ich auf Pinterest gefunden habe: Seattle Modern Quilt Guild 2012 Exhibition - Migration by Season Evans. 

Die Kundin wollte ihrer Schwester zum Geburtstag einen Quilt schenken, der zum Stil ihrer Wohnung passt. Sie zeigte mir Bilder von der Wohnung und wir haben dann überlegt, was am Besten passen würde.

Um ihre eine bessere Vorstellung von möglichen Quilts zu geben, habe ich ihr eine Pinwand bei Pinterest angelegt. Dort finden sich jetzt vor allem ziemlich grafische Quilts, eher in schlichten Farbkombinationen aus schwarz-weiß oder grau gehalten. Die Kundin hat sich meine Pinwand eingehend angeschaut und sich (statt für einen neuen von mir entworfenen Quilt) dann schließlich für diesen Quilt entschieden.

Da bei dem Bild keinerlei Angaben über Größe der Flying Geese noch über die Gesamtgröße zu finden waren, habe ich dies auf die Wunschgröße der Kundin selber umgerechnet.


Die Flying Geese sind fertig 2" x 4" Inch groß und ich habe sie nach dieser Schnellschneidetechnik genäht: 1 schwarzes Quadrat 5 1/4" Inch, 4 weiße Quadrate 2 7/8" Inch geschnitten und dann nach diesem Tutorial gearbeitet.


Der Quilt hat ein fertiges Maß von 148 x 203 cm.


Gequiltet habe ich ihn weitgehend wie das Original von Season Evans, soweit ich das auf dem Bild der Ausstellung erkennen konnte. Im Abstand von 4" Inch werden gerade Linien durchgesteppt und davon links und rechts jeweils im Abstand von 1/4" Inch nochmals Linien durchgesteppt. Bei den Flying Geese habe ich durch den Nahtschatten gesteppt und jeweils an den Linien ohne Dreiecke auch links und/oder rechts davon durchgesteppt.

Diese Kombi aus einzig zwei Farben gefällt mir extrem gut und das wird bestimmt Folgen haben.... Mal schauen, was das Jahr 2016 bringt... :-)

Ich wünsche euch allen ein ganz tolles, erfolgreiches und schönes neues Jahr 2016!

12 Dezember 2015

Wichtel-Täschchen für Dorothee

Heute treffen sich die Munich Modern Quilter das letzte mal in diesem Jahr und ich kann leider nicht dabei sein... Es wird gewichtelt, jeder soll eine Kleinigkeit nähen, ein Fat Quarter und etwas Süßes seinem Wichtelpartner schenken. Meine Wichtelpartnerin in Dorothee / Sternwerfer :-)


Und das habe ich für sie genäht. Ich bin leider nicht die geborene Täschchennäherin, aber ich wollt einfach nicht unversucht lassen ;-) Daher habe ich dieses Tutorial als Grundlage genommen und habe gedacht, dass das ja eventuell ganz süß mit Hexagonen aussehen könnte.


Während eines Kurses hier in der Quiltmanufaktur zeigte mir eine Teilnehmerin, wie sie ihre Hexagone heftet, ohne durch das Papier zu stechen - das war bis dahin die Art, wie ich meine Schablonen regemäßig zu Grunde gerichtet habe.


Sie sticht mit der Nadel lediglich durch Stoff und Stoffumbruch und wiederholt das rundum. So kann man nachher die Schablone unversehrt aus dem Stoff ziehen und wenn nötig die Heftfäden einfach im Stoff belassen.


Ich habe ein relativ hellen Faden verwendet und diesen tatsächlich einfach drin gelassen. Nur die Nahtzugaben habe ich zurückgeschnitten. Ursprünglich hatte ich Quadrate geschnitten und damit die Schablonen umlegt - mache ich bei nächsten Mal nicht mehr...


Lauter schöne Stoffe von denen ich glaube, das sie Dorothee gefallen könnten....


Beim Zusammennähen der Hexagone gibt es auch unterschiedliche Möglichkeiten - und bestimmt elegantere, als diejenige, die ich verwende. Hauptsache, man sie die Naht von außen nicht....


Aus der Vorlage habe ich mir eine Pappschablone gefertigt - ich denke, ich sollte einige mehr von diesen Täschchen machen, kann ja aus Übungszwecken nicht schaden ;-)


So einfach lassen sich die Schablonen rausholen!


Ein schönes Innenleben mit Paisley-Muster hat das Täschchen dann auch noch. Und dann habe ich Dorothee noch was Süßes vom Portugiesen besorgt - Süßkartoffenplätzchen! Hört sich schräg an, aber die schmecken echt lecker. Außerdem hat sie noch ein Fat Quarter von einem der verwendeten Stoffe aus dem Täschen bekommen. 
Hoffentlich gefällt´s!

02 Dezember 2015

Boy or Girl?!?

Es ist immer wieder interessant, wie sehr ich selber von dieser Mädchen/Jungs-Farbgebung eingeholt werde... Vor kurzer Zeit habe ich einen Babyquilt in Rosa gemacht. Was liegt da näher, als ein Pendant in Blau zu machen?


Ein bisschen anders sollte er schon werden, also habe ich ihn anders gequiltet und ein dunkles Binding angebracht. Ansonsten dann doch alles gleich, oder?


Gequiltet ist er spiralförmig von der Mitte aus. Das war eine schöne Fummelei unter der Maschine... Mit Obertransport und Kantenführungslineal ging es aber einigermaßen passabel. Bei näherem betrachten sieht man dann auch, das nicht alles astrein parallel abgesteppt ist - so what!?!






Jetzt muss nur noch der passende Junge oder das passende Mädchen geboren werden ;-)


27 November 2015

Resteverwertung

Am vergangenen Sonntag hatte ich einen Beitrag auf dem Blog von Dorthe / Lalala Patchwork im Rahmen ihres Bloghops "Gegen den Novemberblues"

Quiltmanufaktur - Christmas Swoon Star

Bei der Anleitung , die ich für diesen Swoonstar gemacht habe, sind jeweils Reste von den geschnittenen Dreiecken übrig geblieben. Aus denen habe ich jetzt diesen Tischläufer gemacht.



Der Tischläufer hat ein Maß von 178 cm x 21 cm.


Gemacht habe ich ihn mit Hilfe von Papiervorlagen - als Paper Foundation Piecing. Dazu habe ich mir eine eigene Vorlage mit 4 Flying Geese ( 2" x 4" Inch) gezeichnet, vervielfältigt und dann insgesamt 56 Flying Geese genäht.


Das Nähen mit Hilfe der Papiervorlage ging recht zügig und jetzt habe ich alle Reste der beiden verwendeten Charmpacks Moda Aspen Frost verarbeitet, die ich noch vom Swoonstar übrig hatte!


Der schöne Nebeneffekt dabei ist, dass ich jetzt noch eine weitere Weihnachtsdeko für´s Geschäft habe :-)
Wer den Swoonstar oder/und den Tischläufer nacharbeiten möchte, der kann mir eine PN schicken. Die Papiervorlage gibt´s mit der Bestellung gratis dazu!

04 November 2015

Tischläufer aus Mini Charmpacks

Noch 50 Tage bis Weihnachten - ich mein ja nur....
Im Geschäft habe ich schon seit einiger Zeit einen Tischläufer aus Mini Charmpacks von Moda "Jingle" hängen. Er ist ca. 28 cm x 109 cm groß.


Ein bisschen versteckt hängt er da an der Seite von der Theke - aber irgendwie fand ich es zeitlich auch noch nicht so passend, ihn "sichtbar" zu machen.


Die dazugehörigen Charmpacks dagegen liegen schon eine  Weile im Körbchen auf der Theke und einige davon sind auch schon verkauft. Immer wieder werde ich gefragt, was man damit machen kann und ich deute dann an die Seite :-) Ich habe schon öfter versprochen eine Anleitung zu posten und die kommt jetzt!

Ihr braucht eine Mini Charmpack
(42 Quadrate 2,5" x 2,5" Inch), 60 cm Kona Cotton "White" und 30 cm Thermolam. (Binding ist nicht mit einberechnet!)

Schneidet aus dem Kona Cotton folgende Teile aus:
2 Streifen 2,5" Inch über die gesamte Stoffbreite
6 Streifen 2,5" x 6,5" Inch
5 Quadrate 2,5" x 2,5" Inch

Jeder Block besteht aus 8 farbigen und einem weißen Quadrat. Die farbigen sortiert ihr um die weißen Quadrate herum. Legt sie euch erst mal aus, damit ihr die richtige Mischung bekommt und sich die farbigen nicht in einem Block wiederholen.

Habt ihre eure Wahl getroffen, dann werden erstmal die Stücke pro Reihe vernäht und dann die Reihen aneinander.

Aus dem Mini Charmpack bekommt ihr genau 5 Blöcke raus und es bleiben 2 Quadrate übrig.

Nun näht ihr die Blöcke mit den weißen kürzeren Kona Cotton Streifen Reihenweise zusammen.

Anschließend werden die langen Streifen an die Seiten genäht. Die Streifen sind etwas länger als erforderlich, schneidet also den Überstand anschließend einfach weg!

Legt nun den restlichen großen Streifen Kona Cotton zu unterst, dann das Thermolam darüber und oben drauf das Quiltop. Ihr könnt die drei Lagen am besten mit Sprühkleber verbinden, dann verrutschen sie euch nicht!

Wenn ihr den Läufer - wie ich - mit der Hand quilten / sticken wollt, dann könnt ihr schon jetzt die Teile anhand der Konturen des Quiltops begnadigen und das Binding anbringen. Wie man das Binding näht, zeige ich euch hier. Solltet ihr den Läufer mit der Maschine quilten, empfehle ich euch mit dem Begradigen bis nach dem Quilten zu warten!


Wenn ihr mit der Hand und mit Stickgarn das ganze arbeiten wollt, dann zeichnet euch Linien mit einem Trickmaker von 1/2" Inch um die Blöcke, in der Mitte der Blöcke und innerhalb des Bindings an und stickt (mehr als das ihr quiltet, weil man da extrem kurze Stiche und spezielles Garn verwendet) entlang der eingezeichneten Linien mit großen Stichen! Ich verwendet mittlerweile Häkelgarn, das hat mir Susanne / Fadensinn mal empfohlen und das gebe ich hier gerne weiter. Wenn ihr dann noch eine Sticknadel mit spitzer Spitze verwendet, dann funktioniert das ganz hervorragend!

16 Oktober 2015

QUILTESSENTIAL - Ein Buch über die Grundlagen zum Patchwork und Quilten

Ich entwickle mich zum Buchblogger :-)!
Als ich vom Haupt Verlag gefragt wurde, ob ich gerne ein Buch besprechen wolle, dass sich mit den Grundlagen des Patchwork und Quilten beschäftigt, habe ich spontan zugesagt. Alles, was mit meinem Leidenschaft zu tun hat, macht mich neugierig!


Von dem Buch hatte ich im Vorfeld - bereits 2013 in England erschienen - noch nicht wirklich Notiz genommen. Ich muss gestehen, dass ich mir nur mehr selten Patchwork Bücher kaufe und daher nicht immer auf dem neusten Stand bin. Aber mit der Zeit entgeht mir eigentlich kaum ein Buch - das liegt schon daran, dass mich Kunden nach bestimmten Büchern und darin enthaltenen Anleitungen fragen. Im besten Fall bringen sie ihre Bücher mit und ich kann mir dann kurz einen Überblick verschaffen, ob ich mir das Buch persönlich anschaffe oder eher nicht...

Bei diesem Buch ist es für mich weniger verwunderlich, dass es mir nicht in die Hände gefallen ist. Es handelt explizit von den Grundlagen meines Metiers und selbst wenn mir der Titel mal zu Ohren kam, habe ich es vielleicht nicht für nötig empfunden, mir ein solches Buch anzuschaffen - ziemlich arrogant klingt das, ich weiß...

Dass ich jetzt dennoch eine Lobeshymne schreiben werde, hat damit zu tun, dass ich - wenn ich schon gefragt werde, ob ich das Buch besprechen mag, wirklich alle über 200 Seiten gelesen habe und seither überzeugt bin, dass alleine mit diesem Buch die vielen "verschwendeten Seiten" in anderen Büchern über das Patchwork und Quilten überflüssig werden. Verschwendete Seiten?! - damit meine ich diese immer gleichen 10 oder mehr Seiten, die man in jeder- wirklich jeder Publikation über sich ergehen lassen muss und die sich ausschließlich mit dem Material, den Werkzeugen und den Grundlagen des Patchwork beschäftigen. Alle gleich, manche verdächtig gleicher.... und immer der selbe Inhalt!


Wie schön, das Erin Burk Harris jetzt ein für alle Mal ein Buch verfasst hat, wo diese Grundlagen zusammengefasst sind und in der gebührenden Ausführlichkeit behandelt werden!! Lob, Lob, Lob!!
Und dass keine Anleitungen für Projekte zu finden sind, finde ich auch gut. Der Titel ist Programm - nicht mehr und nicht weniger! Erin hat sich nicht verzettelt und versucht, es allen recht zu machen, sondern darauf konzentriert, die wichtigsten Gedanken und Ideen zusammenzufassen, die man sich macht, wenn man sich mit Patchwork und Quilten auseinandersetzen möchte.
Welche Stoffe und wieviel davon? Waschen oder nicht? Welche Farben und welche Muster und wofür? Techniken, Blockmuster und Traditionen und zum Schluss dann die Erklärungen, wie man was in welcher Reihenfolge und mit welcher Technik arbeitet, um ein fertigen Quilt hinzubekommen! 


Viel Theorie, die aber bei der Gestaltung, dem Stoffkauf und der Verarbeitung wirklich von Nutzen sind - gerade, wenn man noch nicht so vertraut mit all diesen Dingen ist.


Den Texten sind schöne Beispielbilder hinzugefügt - eher modern im Gegensatz zu vergleichbaren Werken, die sich häufig eher an traditionellen Werken entlang hangeln und mich daher kaum ansprechen.


Die Zeichnungen zu den Techniken sind wirklich gut und übersichtlich gestaltet und daher auch verständlich nachvollziehbar für diejenigen, die sich erst noch mit den Techniken bekannt machen müssen.

Aus den vorherigen Sätzen könnt ihr schon erahnen, für wen ich dieses Buch empfehlen würde: für Einsteiger und solche, die noch nicht den großen Durchblick haben. Langjährig infizierte werden sich das Buch Kopfnickend betrachten und denken: kenne ich schon! Und trotzdem ist es ein wirklich gutes Nachschlagewerk auch für Könner - denn schließlich gibt es immer noch einiges, was man nicht weiß oder was es aufzufrischen gilt (bei mir war es tatsächlich der Teil, wo verschiedene Stoffarten erklärt werden)!

Zwei Sachen, die mir nicht so gefallen haben: Zum einen die Interviews mit den Patchworkerinnen, die zwar interessant sind, aber irgendwie für mich im Gesamtkontext überflüssig erscheinen. Und zum anderen die unnötigen "Verdeutschung" der Patchwork Begriffe, wie z.B. "Halbquadrat-Dreiecke" oder "Langarmmaschine". Das Patchworken kommt nun mal aus dem englischsprachigen Raum und je eher man sich an die originalen Begriffe gewöhnt, desto besser findet man sich bei Anleitungen zurecht! Nicht falsch versehen: natürlich ist es wichtig zu verstehen, was Begriffe wie HST denn auf Deutsch bedeuten, aber bitte halt nur erklären und nicht wörtlich übersetzten....
Und weil ich gerade vom Übersetzten spreche, noch dieses: Im Teil, wo es um das Zubehör geht und die Nähmaschine beschrieben wird, heißt es: Wenn Sie ihre Projekte Maschinenquilten wollen, sollten Sie einen Obertransportfuß an ihrer Nähmaschine anbringen, mit dem sie freihandquilten können. Nein!, so geht das nicht..... und ich vermute, dass da jemand übersetzt hat, der mit Patchwork und Quilten nicht wirklich per Du ist!

Mein Fazit: Ein wirklich gelungenes, ausführliches und übersichtliches Buch über alle Fragen und Belange der Grundlagen des Patchwork und Quilten - sollte man seiner Büchersammlung unbedingt hinzufügen! Wenn jeder eins hätte, dann könnte man getrost die überflüssigen Seiten mit Grundlagen in Büchern mit Anleitungen weglassen!!!

Damit ihr euch noch andere Meinungen zu diesem Buch einholen könnt, schaut euch die Rezensionen der folgenden Blogger an:



01. Okt 15         Aylin-nylia
02. Okt 15         nadel-garn-tee
03. Okt 15         allie-and-me-design
04. Okt 15         das-mach-ich-nachts
05. Okt 15         sternwerfer
06. Okt 15         einfach bunt
07. Okt 15         reginasquiltblog
08. Okt 15         quiltsundmehr
09. Okt 15         nahtzugab
10. Okt 15         stoffbreite.de
11. Okt 15         sunset-sewing
12. Okt 15         hansundgrete
13. Okt 15         capricornquilts
14. Okt 15         nanasnw
15. Okt 15         quiltecke
16. Okt 15         quiltmanufaktur
17. Okt 15         machenundtun
18. Okt 15         ellisandhiggs
19. Okt 15         kingaisabellaquilts
20. Okt 15         quilt-virus
21. Okt 15         venividivicky
22. Okt 15         patchworkangela
23. Okt 15         durbanvilledesign
24. Okt 15         tagfuertag

Und anstatt das Buch dann gleich kaufen zu müssen habt ihr die Gelegenheit eines von 10 Exemplaren zu gewinnen! Der Haupt Verlag verlost diese und ihr müsst lediglich einen Kommentar auf dessen Seite hinterlassen - viel Glück!

12 Oktober 2015

SHIBORI - Färben auf Japanisch / Eine Buchbesprechnung

"Ohne Tradition ist die Kunst wie eine Herde Schafe ohne Hirt. Ohne Neuerung ist sie ein toter Körper." (Winston Churchill)

Was wäre das moderne Patchwork ohne die traditionellen Muster, Methoden oder Nähtechniken? Oder umgekehrt - was nutzt uns all das Wissen um diese Techniken, wenn wir sie heute nicht in moderner Weise und mit den Möglichkeiten unserer modernen Zeit umzusetzen wissen?

Wundert euch nicht, dass ich hier einen kleinen Ausflug ins Philosophische gemacht habe, denn genau das war es, was mich sofort gedanklich berührt hat, als ich die Vorworte zu ihrem neuen Buch

SHIBORI - Färben auf Japanisch von Johanna Rundel
 
las. Sie klingt fast ein wenig entschuldigend, was das Verwenden einer traditionellen Methode mit modernen Mittel betrifft. Dabei ist es genau der Punkt, den das Buch und Johannas Herangehensweise so außergewöhnlich macht!


Johanna ist eine Macherin! Ich glaube, man könnte ihr jegliches DIY-Umsetzung-Problem vorsetzten, sie würde eine eigene und extrem probate und moderne Lösung finden. Zu sehen ist das bei ihren bisherigen Büchern (1,2,3 ... fertig!: Das 15-Minuten-Bastelbuch für Kinder, Designobjekte aus Beton und Entzückend schmückend: 30 kreative Schmuckideen).
Vielleicht erinnert ihr euch auch an ihren tollen Beitrag zur Sommer Blog Party, als sie exemplarisch ihrem Mann eine Grillrolle genäht hat und uns mit dem dazugehörigen Tutorial beschenkt hat!


Als ich einer Freundin davon erzählte, dass ich über ein Buch eine Rezension schreiben werde, dass sich mit der Shibori-Technik beschäftigt, meinte sie, dass sie diese Nähtechnik schon immer mal lerne wollte... - nein Shibori ist keine Nähtechnik (das ist Sashiko!) - Shibori ist eine traditionelle japanische Färbetechnik. Stoffe werden gefaltet, gebunden, geknotet - und was auch sonst noch... - und dann in Indigo (einer Pflanzenfarbe) gefärbt. Davon und wie man das mit modernen Mittel umsetzt und gespickt mit vielen tollen Anleitungen handelt dieses Buch.


Johanna kommt ohne große Umschweife gleich zum Punkt: Was braucht man? und wie wird´s gemacht? Sie färbt in ihrem Buch mit modernen farbechten Textilfarben neben Baumwollstoffen auch Papier und sogar Tapete! Die Grundtechnik wird mit Text und Bildern so gut erklärt, dass selbst jemand wie ich, der noch nie was gefärbt hat (außer unbeabsichtigt Stoffe in der Waschmaschine ....) sofort im Thema "drin" ist.

Weiß man erst mal, wie´s theoretisch funktioniert, kann sich im nächsten Kapitel dann mit den verschiedenen Techniken und den damit verbundenen Ergebnissen des Färbens auseinander setzten. und dann folgen ganz wunderbare Beispiel und Anleitungen!
Ich mag die Bilder zu den jeweiligen Anleitungen - sie animieren total zum spontanen Nachmachen und durch die kleinen zum Text begleitenden Bilder wird nochmal verdeutlicht, wie denn da gefaltet, gelegt oder was auch immer gemacht werden soll, um später selber ein so tolles Ergebnis zu bekommen.



Dabei erfährt man nicht nur was über die Färbetechnik, sondern kann noch tolle Falttechniken (Lampenschirm) mitnehmen oder bekommt das Einnähen einer Reißverschlusses (Kissen) erklärt. 19 Beispiele hat sich Johanna einfallen lassen, da findet sich für jeden ein Projekt, dass er nach Shibori-Technisch umsetzten kann! 

Ich jedenfalls bin begeistert und habe mir bereits eine neue Pinwand bei Pinterest eingerichtet, in der ich mir jetzt noch ganz viele Ideen sammle, wie ich aus meinen bald selbstgefärbten Stoffen in dieser Technik einen Quilt machen kann!



Wer sich das genauer anschauen möchte und nächsten Samstag in Frankfurt ist, der kann am kommenden Samstag in der Designgalerie Qverfield (Wittelsbacherallee 119, 60385 Frankfurt) ab 16 Uhr an der Buchpräsentation mit offenen Workshops teilnehmen. Johanna wird persönlich ihr neues Buch vorstellen und ihr werdet die Möglichkeit haben, direkt die neue Technik auszuprobieren! 

Und wer sich ein bisschen in die Historie und die Tradition des Shibori vertiefen will, dem empfehle ich folgende Bachelorarbeit von Isabella Ahrens zu dem Thema.